|
|
|
![]()
49. Verbandstag des ÖStV in Wien
Bei
der 49. Jahreshauptversammlung des Österreichischen
Verbandes für Stenografie und Textverarbeitung im Rathaus von
Wien begrüßte Vorsitzende Marlis Kulb besonders Horst Diehl aus Neukirchen und
berichtete über zahlreiche Aktivitäten. So stiegen die Teilnehmerzahlen beim
Schülerleistungsschreiben kräftig an, wurde ein bilateraler Vertrag für
Kurzschrift mit dem Deutschen Stenografenbund abgeschlossen, wurden über 900
Prüfungen in Textverarbeitung durchgeführt und hat die Mitgliederzahlen des
Verbandes zugenommen. Ein Videofilm über die Weltmeisterschaften in Lausanne
und ein kleiner Imbiss, von Leo Kulb hervorragend vorbereitet, rundeten eine
harmonische Versammlung ab.
1. Vienna Open in Kurzschrift
Aus
Aue, Heilbad Heiligenstadt, Jena, Leipzig, Lüdenscheid und Österreich waren
Stenogräfinnen und -grafen nach Wien gekommen, um an den 1. Vienna Open
teilzunehmen. Die Jenaer hatten zur Unterstützung sogar ihren eigenen Fanclub
mitgebracht. Aus Neukirchen waren Hannelore
und Horst Diehl angereist. Die Idee zu diesem internationalen
Wettbewerb hatte Edith Vartok.
Vorbild waren die Leipzig Open. Eingeleitet wurde der internationale Wettbewerb
am Vorabend im Restaurant "Einstein", benannt nach dem Nobelpreisträger
und Erfinder der Relativitätstheorie. War dies schon ein Hinweis auf die
geistig hohen Anforderungen am nächsten Vormittag?
Die Wettbewerbe wurden von Martin Springinklee geleitet und reibungslos
durchgeführt. Die Zeit bis zur Siegerehrung wurde mit einer Busfahrt durch Wien
und zum Privatmuseum von Prof. Ernst Fuchs überbrückt. Die 1889 vom welt-
berühmten Architekten Otto Wagner erbaute Villa enthält in sechs prunkvollen
Räumen die weltgrößte Sammlung an Ölgemälden, Zeichnungen, Kupferstichen, Skulpturen
und angewandter Kunst aus der Hand des Meisters des Phantastischen Realismus.
Organisiert wurde diese interessante Veranstaltung von Marlis Kulb, der
1. Vorsitzenden des Österreichischen Verbandes für Stenografie und
Textverarbeitung.
Abends fand dann die Siegerehrung in einem typischen Wiener
Lokal (= Beisl) statt. Nachdem sich alle gestärkt hatten, gab Magister Martin
Springinklee die Ergebnisse bekannt und überreichte Pokale und Ehrenpreise. Und
alle Teilnehmer(innen) erhielten eine Urkunde. Sieger wurde Manfred Kehrer mit 450 Silben vor Gerhard Skups, Marion Stropahl und Helene Kobald.
Der Zufall wollte es, dass die Teilnehmer(innen) aus
Thüringen und das Ehepaar Diehl am Sonntag gemeinsam mit dem Zug wieder nach
Deutschland zurückfuhren. Dort verabschiedeten sie sich am Bahnhof in Nürnberg
mit kräftigem Winken und kleinen Fahnen. So haben die 1. Vienna Open auch zum
Zusammengehörigkeitsgefühl von Hessen und Thüringen beigetragen. Nicht
vergessen werden soll aber auch, dass die Fahrt der Thüringer(innen) von Sabine Smolinski hervorragend
vorbereitet und von Heidrun Meyer
(wie immer) mit der Videokamera bildlich festgehalten wurde.
Lehrer(innen) der
Textverarbeitung in Österreich jetzt TOP
Lebhaft
diskutiert wurden die neuen Lehrpläne bei der 13. Fachtagung des
Österreichischen Verbandes für Stenografie und Textverarbeitung am 26. und
27. Mai
Am nächsten Morgen ging es um die Ablage von Schriftgut: „Finden
statt suchen – modernes Dokumentenmanagement“. Walburg Ernst,
Fachbuchautorin und Trainerin für Sekretariats- und Büromanagement, zeigte an
vielen Beispielen, wie auch das (ungeliebte) Ablegen von Schriftstücken Freude
machen kann. Die digitale Aufnahme von Diktaten und das praktische Arbeiten im
Schulunterricht demonstrierte Erwin Klösch. Beeindruckend das Programm
für Korrektur und Bewertung von Phonodiktaten, Briefen und Abschreibtexten –
vorgetragen von Fachlehrerin Christine Steinmetz (Villach). Und zum
Schluss zeigte Elisabeth Müller, wie man auch mit den Zehen (da sie von
Geburt an keine Arme hat) schreiben kann.
Eine Busfahrt zur Otto-Wagner-Villa mit Besichtigung der Gemälde
von Ernst Fuchs rundete eine von Marlis Kulb, der Vorsitzenden des
Österreichischen Verbandes für Stenografie und Textverarbeitung, excellent
vorbereitete, hochinteressante und sehr gut besuchte Fachtagung ab. Die Fahrt
nach Wien hat sich wieder einmal gelohnt.
Horst Diehl
ZAV und
Fachtagung in Hodonin (Tschechien)
Die
Handelsakademie in Hodonin (etwa 90 Minuten von Wien entfernt) in Südmähren,
direkt an der Grenze zur Slowakei gelegen, war das Ziel von fünf Mitgliedern
des Steno- und Maschinenschreibvereins Neukirchen. Sie wurden von Jaroslav
Zaviacic und Helena Matouskova (der amtierenden Weltmeisterin im Tastschreiben)
und der Schulleitung sehr herzlich und als Freunde begrüßt, waren Mitglieder
des Vereins doch schon zum dritten Male in Hodonin.
Gleich nach der Ankunft am Freitag, dem 10. November 2000
trainierten drei Schülerinnen des Vereins in deutscher Sprache mit 78 Schülern
von 24 Schulen aus der gesamten tschechischen Republik. Es wurde eine bunte
Palette von Schreibübungen im Rahmen des Vierphasentrainings "ZAV"
absolviert. Die aktuellen Ergebnisse wurden ständig in einem anderen Raum
mithilfe eines Netzwerkes übertragen. Jaroslav Zaviacic zeigte zwischendurch,
wie die Übung aussieht, die ein Teilnehmer gerade schreibt. Am nächsten Tag
dann der Wettbewerb, der aus vier Teilen bestand: Bei der ersten
10-Minuten-Abschrift wurden für jeden Fehler fünf Punkte abgezogen, bei der
zweiten 50 und bei der dritten Arbeit 500 Punkte. Bei der vierten Aufgabe
musste ein Text mit Korrekturen (Autorenkorrektur) erfasst werden.
Gleichzeitig fand eine internationale Fachtagung zum Thema
"Zertifikate zur Qualifikation für PC-Büroanwendungen" statt. Die
Beiträge wurden persönlich vorgetragen oder lagen schriftlich von Fachleuten
aus Belgien, Deutschland, Luxemburg, Österreich und Russland vor. Beschlossen
wurde: ECDL (= Office) – als derzeit wichtigste Zertifikationsform – benötigt
eine Ergänzung um das Modul der Tastschreibfähigkeit.
Horst Diehl
19. Internationaler Jugendbewerb
in Wien
Fünf
Wochen vor der Fahrt nach Wien wurde eine Gruppe aus Neukirchen für den
19. Internationalen Jugendbewerb zusammengestellt. Ich hatte das Glück
mitfahren zu dürfen. Unsere Neukirchener Mannschaft bestand aus vier Mädchen:
Ann-Kathrin Göbel, Marie Schmerer, Meike Brandner und mir (Nina Miller). Da
Marie und ich schon 1998 an dem 16. Bewerb teilgenommen hatten, freute ich mich
ganz besonders, wieder in Wien zu sein.
Wir reisten mit dem
Nachtzug ab Frankfurt. Gegen 9 Uhr standen schon am Westbahnhof in Wien. Ich
konnte es kaum erwarten, all diejenigen Menschen, die ich kennen gelernt hatte,
wieder zu sehen. Übernachtet haben wir im Hotel "Zur Stadthalle", wo
ich mehr sehr über die freundliche Aufnahme und Begrüßung gefreut habe. Nach
dem Frühstück im Hotel erkundeten wir sofort die Stadt Wien von Neuem.
Natürlich fuhren wir mit der U-Bahn zum Stephansplatz und besuchten den
Stephansdom und anschließend die Hofburg. Das Ehepaar Diehl sah sich inzwischen
im kulturhistorischen Museum eine Ausstellung an. Wir schlenderten begeistert durch
die Straßen und sahen uns dabei überall um, wie schön doch die alten Gebäude
waren. Selbstverständlich waren wir auch in verschiedenen Geschäften. Trotz des
regnerischen Wetters haben wir den ersten Tag in Wien genossen.
Nach dem gemeinsamen
Abendessen im "Wienerwald" stellten sich alle Teilnehmer des
Jugendbewerbs und die Betreuer der einzelnen Gruppen vor und jedes Land hat
beim gemütlichen Beisammensein musiziert oder gesungen. An diesem Abend war es
besonders lustig. Ich habe noch nie so viel gelacht wie in Wien an diesem
Abend.
Sehr interessant fand ich
am nächsten Tag den Besuch in der Österreichischen Nationalbank, wo für uns
auch ein Vortrag über die "Bedeutung des EURO" gehalten wurde.
Immerhin werden wir im nächsten Jahr mit dem EURO umgehen müssen. Das ist dann
eine schöne Sache, müssen wir dann doch keine DEM in Österreichische Schillinge
mehr umtauschen. Natürlich wurden dem Referenten auch Fragen gestellt und wurde
diskutiert.
Anschließend fuhren wir zu unserem
Wettschreibort. Geleitet wurde das Ganze von Franz Sage und Marlis Kulb. Zwar
tauchten ein paar technische Probleme auf, doch die Teilnehmer kümmerte das
nicht sonderlich, denn dadurch hatten wir mehr Zeit, um uns alle richtig kennen
zu lernen. Dabei habe ich festgestellt, wie zum Beispiel die Regensburger und
die Österreicher sehr nett waren. Zu den anderen Schreibern aus Belgien, der
Slowakei und Tschechien hatten wir keinen Kontakt, da diese im ersten Stock
schrieben. Mit der Gruppe aus den Niederlanden hatten wir auf der gemeinsamen
Rückfahrt mit dem Zug noch viel Spaß.
Nach dem Schreiben - so
gegen 19 Uhr - fuhren wir gemeinsam zum Theater "Forum". Hier handelt
es sich um ein kleines Kellertheater. Sehr begeistert war ich von der
Aufführung "The Elvis-Story". Der Künstler, der die Lebensgeschichte
von Elvis Presley erzählte und gesanglich gekonnt darstellte, erinnerte das
Publikum an die 50er- und 60er-Jahre. Da ich damals, als Elvis berühmt wurde,
noch nicht auf der Welt war, konnte ich mir diese Jahre durch die Aufführung
gut vorstellen. Obwohl ich mich früher nicht viel für Elvis interessiert habe,
so tue ich das jetzt um so mehr. Ich war einfach begeistert von diesem Stück
und bin sehr froh, dass wir dieses Mal so eine Aufführung sehen konnten.
Langsam näherten wir uns
dem letzten Tag unseres Aufenthaltes in Wien. Da in unserem Hotel ein Computer
mit Internetzugang zur Verfügung stand, konnten wir unseren Eltern, Freunden
und Bekannten von dem kurzen Aufenthalt und den schönen und unvergesslichen
Erlebnissen berichten. Abends gab es noch eine Festveranstaltung - das
50-jährige Bestehen des Österreichischen Verbandes für Stenografie und
Textverarbeitung. Dann folgte die Siegerehrung der Gruppen vom internationalen
Jugendbewerb und den österreichischen Meisterschaften in Kurzschrift und im
Tastschreiben. Später gingen wir dann auf Einladung der Stadt Wien zum
gemeinsamen Abendessen ins Wienerwald-Restaurant "Schottenkeller".
Hier wurde wieder viel gelacht! Die Stimmung war einfach perfekt und das Essen
hat mir auch sehr gut geschmeckt. Doch leider konnte man die schönen Minuten
des gemütlichen Beisammenseins nicht anhalten. Der Sekundenzeiger bewegte sich
jedenfalls immer weiter vorwärts, sodass es langsam Zeit wurde, sich von den
anderen Teilnehmern zu verabschieden und ein letztes Mal mit der U-Bahn zum
Hotel zu fahren.
Ich habe mich sehr gefreut,
wieder in Wien gewesen zu sein (obwohl ich nicht alles gesehen habe, was ich
mir vorgenommen hatte) und viele nette Menschen wieder getroffen und neue kennen
gelernt zu haben. Am liebsten wäre ich noch ein paar Tage in Wien geblieben.
Ich habe viele gute Erinnerungen mit nach Hause genommen und würde mich
wahnsinnig freuen, wenn ich auch ein nächstes Mal zum internationalen
Jugendbewerb mitkommen könnte. Dann würde ich auf jeden Fall im Hotel "Zur
Stadthalle" übernachten, wo ich mich sehr wohl gefühlt habe und wo wir
alle gut empfangen worden sind - besonders von Frau Kulb, der Vorsitzenden des
Österreichischen Verbandes für Stenografie und Textverarbeitung. Danke.
Nina Miller
Jugendleiterin des Steno- und Maschinenschreibvereins Neukirchen 1980 e. V.
|
|
Es war
für Hannelore und Horst Diehl vom Steno- und Maschinenschreibverein
Neukirchen ein besonderes Ereignis und Erlebnis, durch den österreichischen
Bundespräsident Dr. Klestil in der Wiener Hofburg zusammen mit anderen
Mitgliedern des österreichischen Verbandes für Stenografie und
Textverarbeitung und Teilnehmern von den Weltmeisterschaften in Hannover
empfangen zu werden. |
Die Führung begann im Maria-Theresia-Zimmer, dem offiziellen
Zeremoniensaal der Republik Österreich. Hier werden u. a. Staatsgäste
empfangen. Dann ging es in den nächsten Raum, der wegen seiner hohen
Spiegelwände, die wunderbare Farbeffekte erzeugen, "Spiegelsaal"
genannt wird. Und dann kam er: Dr. Thomas Klestil, Bundespräsident der
Republik Österreich. In seiner lockeren Art und mit guter Laune erkundigte
er sich über die Erfolge und die Arbeit des österreichischen Verbandes für
Stenografie und Textverarbeitung. Dabei erfuhren wir auch, dass er soeben den
Patriarchen der armenischen Kirche empfangen hatte. Nach einem kleinen Geschenk
an und von der Vorsitzenden des österreichischen Verbandes Marlis Kulb, einem
Gruppenfoto und mit guten Wünschen verließ er uns, um seinen weiteren
umfangreichen Verpflichtungen an diesem Tage nachzukommen. Wir setzten die
Führung durch den eigentlichen Repräsentationsraum der Präsidentschaftskanzlei,
dem so genannten "Pietra-dura-Zimmer" fort. Hier befinden sich 70
wertvolle buntfarbige Bilder an der Wand, die sich bei näherem Hinsehen aber
als Mosaike entpuppten.
Nach dem Empfang reisten wir weiter nach Hodonin in der tschechischen
Republik. Dort fanden zum siebten Male Wettbewerbe mit dem ZAV-Programm an der
Handelsakademie und eine Versammlung des Verbandes Interinfo Tschechien statt.
Auch hier waren wir gern gesehene Gäste. Sehr freundschaftlich wurden wir durch
den Schulleiter Dr. Milos Prochaska und von Lehrkräften sowie von Helena
Matouskova, der Weltmeisterin von Hannover, und von Jaroslav Zaviacic begrüßt.
Und zu unserer Überraschung trafen wir auch Danny Devriendt aus Oostkamp in
Belgien, einer unserer vielen guten Bekannten und jetzigen Generalsekretär der
Intersteno.
Am nächsten Tag fuhren wir wieder zurück nach Wien, um mit Marlis
und Leo Kulb in einem guten einheimischen Lokal einen schönen und gemütlichen
Abend zu verbringen. Ein sehr informatives und dem Gemeinschaftsgefühl von
Stenografen und Tastschreibern förderliches Wochenende ging damit viel zu schnell
vorbei.
Hannelore und Horst Diehl